BNE-Portal: Jahresthema 2012: Ernährung

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Jahresthema 2012: Ernährung

BildanfangKind mit Möhre im Mund© iStockphoto.com/Richard ClarkBildende

Bildung für nachhaltige Entwicklung ist ein Bildungskonzept, das Kindern und Erwachsenen nachhaltiges Denken und Handeln vermittelt. Es versetzt Menschen in die Lage, Entscheidungen für die Zukunft zu treffen und dabei abzuschätzen, wie sich das eigene Handeln auf künftige Generationen oder das Leben in anderen Teilen der Welt auswirkt.

Im Jahr 2012 legen die Vereinten Nationen mit der UN-Dekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung" ihr Augenmerk auf die Ernährung. Dieses Thema verbindet wie kaum ein anderes soziale, ökologische, kulturelle, wirtschaftliche und gesundheitliche Aspekte in einem globalen Bezugsrahmen. Damit bietet es einerseits ein Lernfeld "par excellence" für die Bildung für nachhaltige Entwicklung. Es ist untrennbar verbunden mit den wichtigsten und drängendsten Handlungsfeldern der Zukunft: Landwirtschaft, Konsum und Lebensstil, Klimawandel, Welternährung und globale Gerechtigkeit sowie Energieverbrauch und -erzeugung. Die Weichenstellungen in diesen Bereichen werden darüber entscheiden, ob und wie erfolgreich die Weltgesellschaft das Ziel einer nachhaltigen Entwicklung verfolgt.

Dekadenthema Ernährung

Ernährung war Jahrtausende lang eine Notwendigkeit für den Menschen – die schlichte Voraussetzung fürs Überleben. Mit zunehmendem Wohlstand und der Industrialisierung der Landwirtschaft hat sich das in den westlichen Nationen für breite Teile der Bevölkerung drastisch verändert: Nahrung ist mehr als ausreichend vorhanden, es werden mehr und mehr tierische Lebensmittel verzehrt und die Ernährungsgewohnheiten "globalisieren" sich: Was im eigenen Land nicht wächst, wird über weite Wege herbeigeschafft. Inzwischen konsumieren die Industrienationen mehr, als Umwelt und Gesundheit verkraften können. So gehört die Landwirtschaft zu den größten Klimasündern weltweit: Laut Weltagrarbericht entstehen fast 40 Prozent aller menschengemachten CO2-Emissionen beim Produzieren, Verarbeiten, Transportieren, Verbrauchen und Entsorgen von landwirtschaftlichen Gütern. Weil immer mehr und immer intensiver produziert wird, leiden Ressourcen wie Wasser und Boden und geraten vielerorts an ihre Grenzen.

Neben diesen ökologischen Problemen wirft die industrialisierte Landwirtschaft mit ihrer weit verbreiteten Massentierhaltung aber auch schwerwiegende ethische Fragen auf, die im Hinblick auf eine nachhaltige Entwicklung nach einer Antwort verlangen. Eine Rückbesinnung auf einen maßvollen Lebensstil, auf regionale, saisonale und aus nachhaltiger Landwirtschaft stammende Produkte, können hier zukunftsfähige Lösungsansätze sein. Dies bedeutet jedoch nicht, dass wir in Zukunft mit weniger Freude oder Genuss essen sollen. Ganz im Gegenteil könnte der Wert eines guten Essens damit wieder stärker in den Fokus rücken.


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